home
aufgaben und ziele
beschreibung
der vorstand
satzung
zahnpflegemittel
stellenbörse
fortbildung
soziales engagement
formulare
eMail
impressum
datenschutz



Archiv:

Symposium 2007
Symposium 2008
Symposium 2009

6. BDDH-Symposium für Dentalhygiene

Zum 6. Mal jährte sich am 12. Juni 2010 das Symposium des Berufsverbandes für Dentalhygienikerinnen (BDDH) im Mövenpick Hotel Münster.
Wie man an den zahlreich erschienen Teilnehmer/Innen erkennen konnte, wird diese Fachveranstaltung sowohl von Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentinnen, Dentalhygienikerinnen und Zahnärzten/innen immer wieder gerne besucht. Für viele Teilnehmerinnen war dies ein erneutes Wiedersehen mit ehemaligen Kolleginnen, die teilweise bundesweit verstreut sind.

Dorothee Neuhoff, Präsidentin des BDDH, begrüßte die Teilnehmer/Innen herzlich mit einem Zitat von Laotse:

„ Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.“

So sind auch wir Dentalhygienikerinnen bestrebt, unseren Beruf weiterzuentwickeln, um sowohl unsere Stellung im Praxisteam zu etablieren, als auch für unsere Patienten weiterhin eine fachlich qualifizierte Ansprechpartnerin und Behandlerin zu sein.

Die Grußworte des Vorstands der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe überbrachte diesmal der Vizepräsident ZA Jost Riekesmann. Wie in den Jahren vorher zeigt sich auch der neu gewählte Vorstand der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe als interessierter und zuverlässiger Wegbegleiter des BDDH. Herr Rieckesmann übergab nach seiner Grußrede an die Moderatorin Irene Thiesen, Vizepräsidentin des BDDH. Frau Thiesen begrüßte zur Eröffnung der Vortragsreihe als erste Referentin Frau Dr. Heidi Keller, Klinik für Parodontologie der Universitätszahnklinik in Basel.


Herr Jost Rieckesmann, Vizepräsident der ZÄKWL und Dorothee Neuhoff, Präsidentin des BDDH

Inhalt ihres Referates war die sorgfältige Diagnostik und Behandlungsplanung sowie die Auswahl der Patienten um Risikofaktoren vor, während und nach der KFO-Behandlung entsprechend zu berücksichtigen.


Jost Rieckesmann, Vizepräsident der ZÄKWL

Besonders bei erwachsenen Patienten ist darauf zu achten, dass bei kieferorthopädischen Zahnstellungsänderungen Erkrankungen am Parodont hervorgerufen werden können. Zu einer erfolgreichen KFO-Therapie gehört auch eine adäquate Mundhygiene. Bei Patienten, die wenig Motivation zu einer eigenen effizienten Mundhygiene zeigen, betrachtet es Frau Dr. Keller als fraglich, ob eine umfangreiche KFO-Therapie für diese Patienten geeignet ist. Regelmäßige Kontrollen von festsitzenden Apparaturen sind nicht zu unterschätzen, denn bereits nach vier Wochen sind bei vernachlässigter Mundhygiene erste Initialläsionen zu erkennen.

Der zweite Vortrag wurde von Dr. Clemens Walter, Oberarzt in der Universitätszahnklinik in Basel, gestaltet. Er brachte uns auf anschauliche Art und Weise den Aufbau und die Komplexität des Biofilms näher. Für den Verlauf einer Parodontitis ist es eben nicht nur von Bedeutung, welche Bakterien sich in der Tasche befinden, sondern auch deren Pathogenität. In diesem Zusammenhang machte er deutlich, wie wichtig in unserer Therapie eine adäquate supra- und subgingivale Instrumentation ist, um eine mechanische Zerstörung des Biofilms zu gewährleisten und damit einen entscheidenden Schritt innerhalb der Behandlung von Parodontopathien zu erreichen.

Auch in seinem 2. Vortrag referierte Dr. Walter über Biofilmmanagement, also über die Möglichkeit den auf der Zahnoberfläche haftenden Belag regelmäßig und schonend zu entfernen ohne die Zahnoberflächen zu sehr zu schädigen. Besonders innerhalb der Erhaltungstherapie steht die schonende (minimalinvasive) Bearbeitung der Zahnoberfläche im Vordergrund. Hierbei kommen neben den herkömmlichen Instrumenten immer häufiger Pulverstrahlgeräte zum Einsatz, besonders seit es das niedrig abrasive Pulver auf Glycinbasis gibt, mit dem sich der Biofilm auf Zahnwurzeloberflächen problemlos entfernen lässt. Auch daran ließ Dr. Walter keinen Zweifel: Um den Patienten langfristig und erfolgreich in der unterstützenden Parodontitistherapie zu betreuen, sollte ein 3-monatiges Recallintervall bevorzugt werden.

Dr. Leonard Büttel, ebenfalls Universitätszahnklinik, Basel, wandte sich in seinem Referat dem Thema „Mundspüllösungen –wann, warum und für wen?“ zu. Mundspüllösungen können sowohl im Sinne einer oralen Desinfektion bei Patienten angewendet werden, die körperlich und geistig eingeschränkt sind und somit eine defizitäre Mundhygiene aufweisen, als auch in der Langzeittherapie als Softchemoprävention empfohlen werden. Entscheidend dafür sind die Inhaltsstoffe. Chlorhexidinhaltige Produkte sollten eher auf eine 1 bis 2-wöchige Einnahme beschränkt bleiben, da sie Nebenwirkungen wie z.B. Geschmacksirritationen und Verfärbungen hervorrufen können. Darüber hinaus wird bei häufiger Anwendung eine zunehmende Resistenz gegenüber MRSA beobachtet. Eine mögliche Alternative könnte der Wirkstoff „Octenidin“ darstellen.

Fluoridhaltige Spüllösungen hingegen, eventuell kombiniert mit Kalium oder Zinklaktat, ergänzen durchaus bei entsprechender Indikation die häusliche Mundhygiene für einen längeren Zeitraum. Die mechanische Entfernung von Belägen steht dabei jedoch immer im Vordergrund. Prof. Dr. Christian E. Besimo, Universität Basel und Aesculap-Klinik Brunnen, referierte über "Einschätzung von Kognition und Compliance beim älteren Menschen".

Prof. Besimo appellierte an die Teilnehmer/innen aufmerksamer im Umgang untereinander zu werden. Besonders bei älteren Menschen kann eine kleine Bemerkung über Verhalten und Körpersprache zu besonders hilfreichen Informationen führen. Das Ziel ist hierbei, bei älteren Patienten ein Netzwerk unter den Ärzten (Hausarzt, Internist etc.)aufzubauen, um ständige Veränderungen weiterzugeben und die Betreuung der Patienten übersichtlicher zu gestalten. Oftmals sind Ärzte und das Personal die einzigen sozialen Kontaktpersonen!

Oberarzt Dr. Christoph Ramseier, Universitätszahnklinik, Bern, widmete sich dem Thema „Periimplantitis-Tabakentwöhnung und orale Gesundheit“. Implantate gehören heute zum täglichen Praxisalltag, somit wächst auch das Risiko der Periimplantitis! Eine Periimplantitis kann mehrere Uhrsachen haben.

Genauso wie bei der Gingivitis und Parodontitis ist auch bei der Mukositis und Periimplantitis der bakterielle Biofilm die Hauptursache der Erkrankung. Bei guter Mundhygiene ist eine Mukositis genau wie eine Gingivitis reversibel. Wie bei einer Parodontitis sind auch negativ beeinflussende Co-Faktoren wie das Rauchen für das Entstehen einer Periimplantitis von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Das Rauchen gehört zu den Hauptrisikofaktoren bei der Parodontitis wie auch zur Periimplantitis. Deshalb gehört die Tabakentwöhnung in den Aufgabenbereich eines Berufsstandes, der sich die orale Gesundheit seiner Patienten auf die Fahnen geschrieben hat.

Wir alle haben bestimmt schon einmal versucht einem Patienten das Rauchen abzugewöhnen! Hand auf´s Herz wie viele waren bisher erfolgreich? Oftmals geben wir dem Patienten die Schuld, weil er sofort unseren Versuch abblockt und uns deutlich zu verstehen gibt, dass wir dieses Thema nicht weiter vertiefen sollen. Aber wie haben wir denn die Frage gestellt? Haben wir vielleicht den Patient ungewollt persönlich angegriffen?
Dr. Ramseier hat uns in seinem anschaulichen Vortag über Tabakentwöhnung gute Bespiele genannt, die wir in unseren Behandlungsalltag mit geringem Zeitaufwand einbringen können.
Wie wäre es mit: "Können Sie sich vorstellen, mit dem Rauchen aufzuhören?", oder "Welche Vorteile sehen Sie, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören? Darf ich sie dabei unterstützen?"

Mehr Informationen finden Sie unter www.tobacco-oralhealth.net

Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg. Beratung, Aufklärung und Motivation sollte im Vordergrund stehen.
Versuchen wir uns mehr in den Patienten hinein zu versetzten und vergessen einfach mal die Karies, Gingivitis und Parodontitis. Dann klappt es bestimmt auch mit der "Compliance"!


von links, Irene Thiesen, Vizepräsidentin BDDH, Prof. Besimo, Dr. Büttel, Frau Dr. Keller, Dr. Walter,
Dorothee Neuhoff, Dr. Ramseier

Dank einer guten Organisation, interessanten Referenten und eines netten Rahmen war es aus Sicht vieler Teilnehmerinnen wieder eine gelungene Fortbildung für das ganze Praxisteam. Darüber hinaus boten auch die zahlreichen Aussteller von Prophylaxefirmen Informationen aus erster Hand. Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle bei unseren Sponsoren, die eine solche Veranstaltung erst möglich machen.

Wir freuen uns bereits auf das 7. Symposium am 28.05.2011 an gewohnter Stelle, um unseren Kolleginnen wieder einen interessanten Tag bieten zu können.

Irene Thiesen, Dipl. Dentalhygienikerin

Die Aussteller


Aktion zahnfreundlich

Curaden

Dentspley

EMS

Gaba

GSK

Hu-Friedy

lege artis

Listerine

Loser

Mectron

Paro

Philips

Speiko

Tepe