
Bereits zum 7. Mal fand am 28. Mai 2011 im Mövenpick Hotel Münster das Symposium für Dentalhygiene statt.
Die erneut hohe Zahl von 220 Teilnehmern zeigt, dass sich die Veranstaltung mittlerweile etabliert hat und zu einem festen Bestandteil vieler Berufsgruppen der Zahnheilkunde in ihrem Fortbildungsbemühen geworden ist.
Eröffnet wurde das Symposium von der neu gewählten Präsidentin des Verbandes Irene Thiesen. Sie betonte in ihrer Eröffnungsansprache, dass es eine der wesentlichen Aufgaben des BDDH für die Zukunft sein wird, sich für einen einheitlichen – auf hohem Niveau befindlichen – Standard der Aus- und Fortbildung zur Dentalhygienikerin in Deutschland einzusetzen. Angestrebt wird hier der Bachelor-Abschluss in Dentalhygiene.
Dr. Klaus Bartling, Präsident der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, betonte in seiner Grußrede, dass die Zahnärztekammer dem BDDH auch weiterhin als verlässlicher Partner zur Seite stehen werde.

Moderatorin Sonja Bethke begrüßte als ersten Referenten Herrn Prof. Dr. U. P. Saxer aus Zürich.
Herr Prof. Saxer referierte zu dem Thema:
Parodontitis - Prophylaxe und Therapie - Möglichkeiten und Realität
Herr Prof. Saxer führte aus, dass trotz aller momentan gebotenen Möglichkeiten einer erfolgreichen Behandlung der Parodontitis eine Zunahme dieser Erkrankung sowohl in Europa wie auch in den USA und Australien zu verzeichnen sei.
Zudem sei unstrittig, dass eine Parodontitis mit allgemeinen gesundheitlichen Problemen, wie z. B. koronare Herzerkrankungen, vergesellschaftet sei. Wenn also alle unsere Bemühungen diametral aus einander laufen, stellt sich die Frage: „Was also machen wir falsch?“. Eine mögliche Antwort: viele Therapien laufen deshalb ins Leere, weil sie zu früh abgebrochen und nicht konsequent durchgeführt werden.
Der zweite Vortrag von Herrn OA Dr. Gassmann von der Universität Witten beschäftigte sich mit der parodontalen Diagnostik. Was brauchen wir wirklich und was nicht?
Nach Dr. Gassmann ist das Hauptaugenmerk in der parodontalen Diagnostik auf die klinischen und röntgenologischen Parameter zu richten. Die Labordiagnostik hat in der Praxis nur in wenigen ausgesuchten Fällen ihre Berechtigung. Der Wert von labordiagnostischen Maßnahmen als wirksames Praxismarketinginstrument bleibt dabei wahrscheinlich unangetastet.
Was braucht man also wirklich? PA-Sonde, zwei Augen und Erfahrung!


Herr Dr. Raphael Borchard aus Münster referierte über das Thema:
Ästhetik in der Parodontologie
Anhand von anschaulichen Behandlungsfällen zeigte Dr. Borchard den Teilnehmern, dass es eine Vielzahl möglicher plastischer Maßnahmen am Weichgewebe in der Zahnarztpraxis gibt, um den ästhetischen Anforderungen gerecht zu werden. Die Rezessionsdeckung und Kronenverlängerung ist hierbei nicht mehr wegzudenken. Eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung plastisch-ästhetischer Maßnahmen ist die optimale Vorbereitung in der Initialtherapie.
OA Dr. Peter Purucker, Charité Berlin, stellte sich der Frage:
DVT in der parodontalen Behandlungsplanung – eine Notwendigkeit?
Dr. Purucker betonte, dass nicht jeder Behandlungsfall mit einem DVT diagnostiziert werden muss. Jedoch besonders bei Wurzelfrakturen, Wurzeln im Bereich der Kieferhöhle, Paro-Endoläsionen, dentogener Sinusitis sowie endodontischer Revision vor Wurzelamputationen oder Hemisektionen kann der Einsatz eines DVT indiziert sein. Und wenn durch bessere Planung aufwändigere Therapien verhindert werden können, bietet die Volumentomographie eine hervorragende Unterstützung in der weiteren Behandlungsplanung.
Frau Brigitta Voellmy-Ineichen , Zürich, referierte gleich über zwei Themen: Wie kann die Ernährung die Medikamenteneinwirkung beeinflussen? und Unerwünschte Arzneimittelwirkungen – was das Praxisteam wissen sollte -
Unter Wechselwirkungen oder Interaktionen von Nahrungsmitteln mit Medikamenten versteht man die Beeinflussung der Wirkungsstärke von Medikamenten durch Nahrungsmittel. Dabei kann es zu einer Abschwächung der Wirkung oder zu einer Wirkungsverstärkung bis hin zu toxischen Wirkungen kommen. Explizit für Interaktionen mit Nahrungsmitteln wurde der Grapefruitsaft erwähnt. Dessen Inhaltsstoffe hemmen Enzyme im Darm und Leber, die für den Abbau von Medikamenten verantwortlich sind. So kann die gleichzeitige Einnahme zu einer massiven Wirkungsverstärkung verschiedener Medikamente beitragen. Erst nach drei Tagen hat sich der Metabolismus normalisiert.
Für die Praxis bedeutet dies, ein besonderes Augenmerk auf ältere Menschen, Patienten mit Nieren- und Leberfunktionseinschränkungen und Patienten, die viele verschiedene Medikamente einnehmen. Somit ist eine sorgfältige Arzneimittelanamnese unumgänglich.
Den letzten Vortrag gestaltete Frau Dr. Esther Oberle-Ruegger Hergiswil, Schweiz zu dem Thema: Wege aus dem „Burnout“ zum Burnon“
„Ein Mensch sagt – und ist stolz darauf –
Er geht in seine Pflichten auf.
Bald aber, nicht mehr ganz so munter,
geht es in seinen Pflichten unter….“
Die Referentin zeigte mit ihrer offenen und vitalen Art, wie man das Thema fachkundig und unter Einbeziehung der Zuhörer lebendig gestalten kann. Ein Burnout ist heilbar, der Weg ist aber langwierig. Um präventiv „burnon“ zu bleiben, bedarf es der Anerkennung und Belohnung durch unsere Umgebung. Ein sich unterstützendes Team, Fairness, Respekt, soziale Gerechtigkeit, klare Werte und eine sinnvolle Tätigkeit sind außerdem unerlässlich. Durch den kurzweiligen Vortrag verging der Nachmittag wie im Flug und bildete einen gelungenen Abschluss der Veranstaltung.
Wir bedanken uns bei den zahlreichen Ausstellern, die Informationen aus erster Hand geliefert haben, sowie bei unseren Sponsoren, die diese Veranstaltung ermöglicht haben.
Zum Schluss möchten wir auf das 8. Symposium hinweisen, das am 12.05.2012 an gewohnter Stelle stattfinden wird. Wir werden wieder interessante Referenten und Themen haben und würden uns über regen Zulauf freuen.
DH Katrin Alickmann, Vize-Präsidentin des BDDH













Auf vielfachen Wunsch unserer Mitglieder haben wir eine Adresse zur Rechtsberatung auf unsere Internetseite gestellt. Rechtsanwältin Geissler berät und vertritt Ihre Mandanten bezüglich:
Sie hat in diesen Angelegenheiten auch schon einige Kolleginnen beraten.
Link: www.rechtsanwaeltin-nuber.de
Europerio
07.- 09.Juni 2012, Wien/Österreich
www.europerio7.com
Deutscher Zahnärztetag 2012
08.11.2012 – 10.11.2012, Frankfurt
www.dgzmk.de
Swiss Dental Hygienists
Jahreskongress
9. bis 10. November 2012, Interlaken
www.dentalhygienists.ch