Fluoridierung zur Kariesprophylaxe

Die Wirkungsmechanismen von Fluorid
Die kariesprophylaktische Wirkung von Fluorid beruht auf drei Mechanismen:

  • Beeinflussung von De- und Remineralisationsvorgängen
    An der Oberfläche der Zähne besteht im Idealfall ein Gleichgewicht zwischen De- und Remineralisation. Die Anwesenheit von gelöstem Fluorid fördert die Remineralisa-tionsvorgänge.
  • Erhöhung der Säureresistenz des Zahnschmelzes
    durch Einbau von Fluorid in das Kristallgitter der Zahnhartsubstanz.
  • Antibakterielle Wirkung
    Fluorid wirkt antibakteriell, indem es die Stoffwechselfunktionen der Plaquebakterien behindert


Welche Fluoridierungsmaßnahmen gibt es?

Fluoride können die Zähne auf zwei verschiedenen Wegen erreichen

  • systemisch mit der Nahrung (Trinkwasser, Fluoridsalz oder Fluoridtabletten) über den Magen-Darmtrakt (enteral).
  • lokal mit Zahnpasta, Mündspüllösungen, Gel oder Lack.


Was sollte bei Fluoridierungsmaßnahmen beachtet werden?

Um Über¬dosierungen und deren Folgeschäden (Dentalfluorose) zu vermeiden, ist die Erhebung einer Fluoridanamnese sinnvoll.
Wichtiger Punkt einer Fluoridanamnese ist es, den Fluoridgehalt der Mine¬ralwässer zu kennen, die der Patient zu sich nimmt. Auch der Fluoridgehalt im Trinkwasser vor Ort ist daher wichtig. Höchstgrenze der Trinkwasserverordnung liegt bei 1,5 ppm Fluorid.

Welche Fluoridierungsmaßnahmen werden zur Kariesprophylaxe empfohlen?
Fluoride sollten kontinuierlich und regelmäßig angewandt werden, um eine gute kariespro-phylaktische Wirkung zu er¬reichen.
Diese kontinuierliche Anwendung ist z.B. durch die tägliche Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasta gewährleistet.
Zusätzlich zur Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasta sollte im Haushalt fluoridiertes Speisesalz zum Kochen und Backen verwendet werden.
Um eine Überdosierung zu vermeiden, sollte stets nur eine Form der systemischen Fluoridanwendung gewährleistet sein (Fluoridsalz oder Fluoridtabletten).

Bei Kariesrisikopatienten können zusätzlich weitere lokale Fluoridierungen erfolgen. Zur Auswahl stehen die Applikati¬onen von Lacken, Gelees oder Lösungen.

Die lokale Fluoridierung über die Zahnpasta ist wirkungsvoller und effektiver als die systemische Fluoridierung. Daher kann bei Kindern auf die zusätzliche systemische Gabe von Fluorid mittels Vit.-D-Präparaten (z.B. Zymafluor, D-Fluoretten) verzichtet werden, wenn eine ausreichende Mundhygiene mit einer geeigneten fluoridhaltigen Kinderzahnpasta gewährleistet ist.

Sind Fluoridierungsmaßnahmen ausreichend, um eine vollständige Kariesfreiheit zu garantieren?
Die genannten Fluoridierungsmaßnahmen schützen vor Karies, aber Fluoridierungsmaß-nahmen alleine verhindern keine Karies. Fluoridierung ist nur ein Teil der Kariesprophylaxe.
Ebenso gehören eine gesunde Ernährung, adäquate Mundhygiene und regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt dazu, um Karies zu vermeiden.