Clinica Misional „Nuestra Señora de Guadalupe“ in Zamora-Chinchipe

Am 29. September 2017 bin ich von Frankfurt nach Panama geflogen und im Anschlussflug von Panama nach Quito. Mit einer Übernachtung ging es dann weiter von Quito nach Loja. Am Flughafen wurde ich von einem durch die Clinic organisierten Taxi abgeholt. Ich würde diese Möglichkeit des Transportes und der Abholung beim ersten Besuch möglichst vorziehen. Allerdings ist es mit der Buslinie mit fünf Stunden Fahrzeit und zweimal umsteigen natürlich preisgünstiger, nach Guadalupe zu kommen. Ich bin nach drei Stunden angekommen und wurde gleich von Amanda, der Klinikorganisatorin herzlich in Empfang genommen.

Sie zeigte mir die Residenz und mein zukünftiges Zuhause und ich war begeistert von dem mir präsentierten europäischen Standard. Jede/-r Voluntär/-in hat ihr/sein eigenes Zimmer mit warmen Duschwasser. Die Küche und der Aufenthaltsraum werden gemeinsam genutzt. Es gibt eine Reinigungskraft und eine Köchin, eine Waschmaschine, Bügeleisen und Bügelbrett. Ebenso sind Internet, Fernsehen, DVD Spieler, Fahrräder, eine Bibliothek mit Literatur in verschieden Sprachen und Gesellschaftsspiele für die langen Abende vorhanden. Den Ruhepol stellte für mich die riesengroße Terrasse mit einer umwerfenden Aussicht in die Berge dar.


Um 12.00 und um 18.00 Uhr wurden wir von den Hermanas (Ordensschwestern) mit einem Gebet zum Essen eingeladen. Dafür wurde anschließend der Abwasch gemeinsam erledigt.

Meine Arbeitsstage waren von Montag bis Freitag von 8.00 – 12.00 und von 13.00 – 17.00 Uhr.

Gott sei Dank hat sich das staatliche Gesundheitssystem in Ecuador in den vergangenen Jahren sehr zum Guten verändert. Durch eine höhere Zahl von hiesigen staatlichen und nicht-staatlichen Zahnärzten und die Situation, dass kein Zahntechniker zur Zeit vor Ort war, schafften wir das Patientenaufkommen gut und zügig. Kein Patient musste unbehandelt nach Hause geschickt werden.

Die Gebisssituation ist ähnlich wie in Deutschland. Je mehr Geld zur Verfügung steht und eine schulische Bildung vorhanden ist, desto besser ist die Situation im Mund und je mehr zahnärztliche Behandlungen können sich die Menschen leisten und bezahlen. In Guadalupe und Umgebung haben die Menschen keine elektrische Zahnbürste. Die Handzahnbürste ist das Mittel der Wahl und jeder dritte junge Patient kennt die Zahnseide. Ähnlich wie bei uns ist die regelmäßige Umsetzung der Mundhygiene eine Verhaltensänderung, die man erlernen muss.
Dementsprechend galt es auch hier in der Clinica, die Volkskrankheiten Karies, Gingivitis und Parodontitits zu bekämpfen.
Ich war bestens ausgestattet.

Mir standen ein Cavitron Gerät, ein Ultraschallgerät von EMS, ca. 100 verschiedene Scaler und Küretten, Furkations- und PA-Sonden, Polierpasten und -kelche, Bürsten und versch. Fluoridmittel zur Verfügung.
Die Patienten waren für jeden Tipp dankbar und haben mich mit einem Lächeln oder einer Umarmung belohnt.
Es ist eine sehr große Hilfe, die entsprechenden Vokabeln
zu beherrschen. Ebenso sollte man sich mit ein wenig Small-Talk
mit allen Anwesenden unterhalten können.
Ich möchte noch fleißiger Spanisch lernen und werde mein Ziel verfolgen: wiederzukommen und die Kinder in Schulen und Kindergärten zu besuchen.

Denn nach Schulschluss sieht man fröhliche Kinder mit Lollis nach Hause gehen, die unterwegs zu Hauf in Läden verkauft werden. Oftmals sind dadurch schon Jugendliche mit Interimsprothesen in den Frontzähnen versorgt. Das systematische, regelmäßige putzen und die Ernährungslenkung, wobei die leckere Obstvielfalt gewiss eine Rolle spielt, müssen noch weiter verinnerlicht werden.

Mit neuen Eindrücken und Kontakten zu Menschen, die ihr Leben anders leben als wir in Westeuropa, sind mir Möglichkeiten der eigenen Horizonterweiterung eröffnet worden.
Wir durften die Kultur und die Lebensphilosophie des indigenen Volkes der Saraguros im Norden kennenlernen und wurden sehr stolz und freudig mit der regionalen Kleidung und den Speisen empfangen.
Am Wochenende sind wir in den Süden nach Vilcabamba in die Hosteria Izhcayluma gereist.

Ich habe kleine Fahrradtouren unternommen und im Ort die Leute kennengelernt, Massagen genossen, den Hausberg erklommen und wenn es mir zu warm war, habe ich mich im Rio Cantzama abgekühlt.
Am Sonntag habe ich die Messe von unserem neuen Pater Josef besucht, die mit viel geschmückten Blumen verziert war und mit Musik incl. einer Band begleitet wurde.

Ein Monat später musste ich meine netten Kollegen/-innen verlassen und bin über
das kolumbianische Bogota nach Hause geflogen.

Ich möchte mich beim BDDH für die finanzielle Unterstützung sehr herzlich bedanken und bin für die Hilfestellung während der Reiseplanung des FCSM sehr dankbar. Wer nun, ebenso wie ich, eine neue Lebenserfahrung mit persönlichen und zahnmedizinischen Eindrücken erhalten möchte und losfliegen will, dem empfehle ich die Kontaktaufnahme zu beiden Organisationen. (www.fcsm.org)

Buen viaje
Tanja Lüders