11. Symposium für Dentalhygiene des BDDH

Bereits zum 11. Mal fand am 09. Mai 2015 das vom Berufsverband Deutscher Dentalhygienikerinnen (BDDH) organisierte Symposium für Dentalhygiene statt. Thema der diesjährigen Veranstaltung war: „Diagnose –Therapie – Erhaltung. Was ist wichtig für die Praxis?“.

Wie auch in den Jahren zuvor fanden wieder über 200 interessierte Zuhörer den Weg nach Münster. Neu war, dass diesmal das Symposium nicht wie in den Jahren zuvor im Mövenpick Hotel stattfand, sondern im Factory-Hotel am Germania Campus. Auch wenn die Räumlichkeiten etwas beengter als gewohnt waren, tat dies der Qualität der Fortbildungsveranstaltung keinen Abbruch. Den Zuhörern wurde ein bunter Mix an Themen aus dem Bereich Mundhygiene und Parodontologie geboten, welches seinen Höhepunkt in dem letzten Vortrag von Gregor Staub aus Liechtenstein fand, der die Teilnehmer mit viel Witz, aktiv und mit verblüffendem Erfolg, an ihrem Gedächtnis arbeiten ließ.

Für alle, die mehr über das Symposium erfahren möchten, haben wir eine Zusammenfassung der jeweiligen Vorträge auf unserer Homepage veröffentlicht. Natürlich findet auch im nächsten Jahr wieder ein Symposium statt. Als Termin bitten wir den 04. Juni 2016 vorzumerken.
„Last, but not least“ möchten wir uns auch ganz herzlich bei allen Austellern und Sponsoren bedanken, ohne die so eine Veranstaltung nicht möglich wäre.

Herzlichst
Katrin Alickmann
Vizepräsidentin BDDH

Gregor Staub – Selbstlern-Kurs mega memory® Gedächtnistraining

Als leidenschaftlicher Kommunikator und erfahrener Lernstratege bietet der Schweizer Gedächtnistrainer Gregor Staub auf hohem Niveau und mit Tiefsinn Infotainment der besonderen Art. Der studierte Betriebsökonom entwickelte, basierend auf der altgriechischen MNEMOTechnik, ein Konzept, das anhand von praktischen Übungen den Teilnehmer auf beeindruckende Weise erleben lässt, wie jeder Mensch mit der richtigen Methode schnell und langfristig seine Gedächtnisleistung markant verbessern kann.

Sein Selbstlern-Kurs mega memory® Gedächtnistraining ist bereits 1990 erschienen. Der Ursprung war seine eigene Vergesslichkeit – die Lösung fand er in USA – und entwickelte mit mehreren 1000 Studenten der Uni Zürich ein Konzept, das jeden Teilnehmer erleben lässt, wie man seine Gedächtnisleistung mit der richtigen Methode schnell und langfristig markant verbessern kann.

Tobias Winterfeld – Zähneputzen – jeder kennt es, doch wer kann es wirklich?

Regelmäßige Mundhygiene ist eine Grundvoraussetzung für die Gesunderhaltung der Zähne und des Zahnhalteapparates. Die Praxis zeigt jedoch, dass es vielen Menschen nicht gelingt, Plaque hinreichend zu entfernen. Der Umgang mit Hilfsmitteln für die Mundhygiene muss erst erlernt werden. Dazu existiert eine Vielzahl von Empfehlungen, wie die Einhaltung einer ausreichend langen Putzdauer, einer Putztechnik und einer Putzsystematik.

Obwohl diese Parameter aus nur geringer wissenschaftlicher Evidenz abgeleitet sind, stehen sie für adäquates Zähneputzen. Ihre Plausibilität erschließt sich auf den ersten Blick und Sie bilden Grundpfeiler der Mundhygieneerziehung im Rahmen von Präventionsprogrammen. Vor dem Hintergrund nationaler und internationaler Empfehlungen zur Mundhygiene reflektiert der Vortrag Videobeobachtungsdaten über das Mundhygieneverhalten verschiedener Altersgruppen. Er zeigt, was Patienten mit der manuellen und elektrischen Zahnbürste tatsächlich machen, wie unterschiedlich und stabil Verhaltensmuster sind und was es bedeutet diese zu beeinflussen.

Prof. Dr. Annette Wiegand – Wirkung und Nebenwirkung des Zähneputzens

Einer guten Mundhygiene, d.h. der regelmäßigen Entfernung von weichen und harten Belägen von der Zahnoberfläche kommt nach wie vor eine Schlüsselrolle in der Vermeidung von Karies und Parodontalerkrankungen zu. In diesem Zusammenhang wird auch diskutiert, ob Mundhygienemassnahmen einen positiven Einfluss auf die Allgemeingesundheit haben können.
Obwohl die Notwendigkeit und der Nutzen des Zähneputzens unumstritten sind, können in seltenen Fällen auch Abrasionen des Hart- oder Weichgewebes als Nebenwirkung ausgelöst werden.

In diesem Zusammenhang tritt immer wieder die Frage nach der “besten” Zahnbürste auf. Der Vortrag beschreibt die Wirkungen und Nebenwirkungen des Zähneputzens und geht dabei besonders auf potenzielle Unterschiede zwischen Hand- und Schallzahnbürsten ein.

PD Dr. med. dent. Clemens Walter – Airflow für oben und unten: Bei wem? Wann? Und womit?

In der unterstützenden parodontalen Therapie (UPT) steht bei vielen Parodontien die Biofilmzerstörung im Vordergrund. Daher sollte in der UPT minimalinvasiven und patientenfreundlichen Verfahren des Biofilmmanagements der Vorzug gegeben werden. In den letzten Jahren richtete sich das wissenschaftliche Interesse auf die klinische Erprobung von Pulver-Wasserstrahl-Geräten und geeigneten Pulvern für die supra- und subgingivale Anwendung.

Das Wirkprinzip dieser Systeme vereint durch Druckluft ein pulverförmiges Medium mit Wasser, welches auf die Zahnoberfläche gestrahlt wird. Erste Varianten konnten sich allerdings für die subgingivale Instrumentierung bisher, – wohl aufgrund des hohen Schädigungspotentials – nicht durchsetzen. Neuere Konzepte erlauben bei sehr kleinen Körnergrößen die subgingivale Instrumentierung ohne eine relevante Schädigung der Zahnoberfläche oder der Gingiva hervorzurufen. Demzufolge besteht jetzt die Möglichkeit, je nach Indikation und gewünschter oder zulässiger Abrasivität, zwischen verschiedenen Pulvern zu wählen. Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten zeigen zudem, dass bestimmte Pulverwasserstrahlgemische sehr gut von den Patienten angenommen werden.

Dr. rer. nat. Henrike Staudte – Immunrelevante Ernährungsfaktoren bei Parodontitis

Die Physiologie des menschlichen Körpers basiert auf einem komplexen Wechselspiel verschiedener Faktoren. Die Rolle der Ernährung ist dabei eindeutig definiert. Mit der Aufnahme von Nahrung sollte der Organismus mit Nährstoffen versorgt werden, die eine optimale Funktionsfähigkeit gewährleisten. Ernährungsdefizite zeigen sich beispielsweise in einer veränderten Immunfunktion und einer damit verbundenen verminderten Widerstandsfähigkeit gegenüber pathogenen Noxen. Im oralen System manifestieren sich derartige Ungleichgewichte frühzeitig und werden am Beispiel der Parodontitis im Tagungsvortrag dargestellt.

Die Parodontitis zählt zu den häufigsten oralen Erkrankungen. Die entzündlichen Veränderungen am Zahnhalteapparat beruhen auf einer bakteriellen Infektion, die in Abhängigkeit von der individuellen Abwehrlage bzw. der genetischen Disposition auftreten. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Nährstoffversorgung ebenfalls eine Rolle spielt. Beispielsweise erhöht eine ungenügende Vitamin C-Versorgung das Parodontitisrisiko. Aus diesem Grund sollte in der zahnärztlichen Praxis auch ein Augenmerk auf die Ernährung gerichtet und durch gezielte Ernährungsempfehlungen der Patient motiviert werden, eine gesunde und vitalstoffreiche Kost zu verzehren.

PD Dr. Stefan Hägewald – Kieferorthopädie und Parodontitis

Parodontologie und Kieferorthopädie stehen in enger Beziehung und beeinflussen sich häufig wechselseitig. So kann fortgeschrittene Parodontitis zu Zahnwanderungen führen und orthodontische Behandlung notwendig machen, andererseits kann kieferorthopädische Therapie auch Auslöser für parodontale Probleme sein, beispielsweise das Auftreten von Entzündungen oder gingivalen Rezessionen verursachen. Schon in der Planungsphase und insbesondere während der Therapie sind eine enge Kooperation sowie professionelle Betreuung essentiell wichtig.

Der Dentalhygiene kommt in der Vorbehandlungsphase und in der aktiven Erhaltungsphase eine besonders hohe Bedeutung zu. Häufig werden auch parodontalchirurgische Eingriffe angewandt, um die oftmals komplexen Fälle adäquat zu behandeln. Im Vortrag sollen Grundsätze der parodontal-kieferor+thopädischen Therapien vorgestellt und anhand von klinischen Fällen die Anwendung am Patienten gezeigt werden.

Impressionen

BDDH Symposium 2015 – Die Aussteller